Osüßer Sinn, der allgemein,
In welchem Riechen, Hören, Sehen
Und Schmecken eigentlich bestehen
Und recht darinn vereinet seyn!
Durch dich wird noch insonderheit
Mit ganz besondrer Lieblichkeit
Von Gott auf unsre Lust gezielet,
Denn unser ganzer Körper fühlet.
Doch scheinest du mit unsrer Hand
Jm ganz besonderem Verband
Und in der regen Finger Spitzen,
Als deinem Aufenthalt, zu sitzen.
Wodurch wir offenbar entdecken,
Daß in der Nerven äußern Ecken
Des Geistes Kräfte sich erstrecken:
Wie wir, wenn linde Winde kühlen,
Auch wenn uns laue Wärme schmeichelt,
Von beyden angenehm gestreichelt,
An allen äußern Theilen fühlen.
Man muß in dir auch nicht vergessen,
Die Lust der Liebe zu ermessen,
Die, wenn man sie nur nach der Pflicht,
Die vorgeschrieben ist, verricht,
Mit Recht ein Wundergut zu nennen,
Die, daß das menschliche Geschlechte
Auf Erden fortgepflanzt seyn möchte,
Uns Gott auf Erden wollen gönnen.
Auf! laßt uns denn im Fühlen, Schmecken,
Jm Hören, Riechen, Sehn, entdecken,
Was sich darinn für Wunder fügen;
Und wie uns, auf so manche Weise,
Der Schöpfer suche zu vergnügen.
Gebraucht sie denn zu seinem Preise!