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1680–1747

4. Des Geschmacks.

Barthold Heinrich Brockes

Was könnten wir vor Lust im Schmecken, Wenn man daran nur dächt’, entdecken! Es sind die Kräfte nicht zu zählen, die in den eßbarn Körpern stecken;

Doch wären sie für uns nicht da, wofern nicht eine Wunderkraft In unsrer Zungen Bau gesenket, und die empfindend’ Eigenschaft,

So manchen Saft zu unterscheiden. Bewundert doch, wie unsre Seelen Mit so viel Wesen dieser Welt, durch dieses Werk- zeug, sich vermählen.

Auf! laßt uns denn mit Freuden trinken, auf! laßt uns mit Vergnügen essen, Dieß ist des Schöpfers Will’ und Absicht. Wenn wir dabey nun auch ermessen,

Daß uns, ein liebreich weises Wesen, mit einer sol- chen Wundergabe, Der Erden Schätze zu genießen, aus lauter Huld be- schenket habe,

Sein Freundlich-seyn im Schmecken schmecken; so ha- ben wir mit unsern Zungen, Auch wenn wir essen, ihm gedient, und Gott, in unsrer Lust, besungen.

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