Skip to content
1680–1747

2. Des Gehörs.

Barthold Heinrich Brockes

Mein, durch der hellen Vögel Chöre, In dem empfindenden Gehöre, Gerührtes und vergnügtes Herz, Betäubt durch ihren süßen Scherz,

Denkt, überleget und erwäget Die Weisheit, welche solchen Klang, Und herzentzückenden Gesang, In solcher Thierchen Schnäbel leget.

Der solche schnelle Dehnungskraft, So lieblichschallend’ Eigenschaft Den dünnen Lüften eingepräget. Der uns zu dem Genuß erkohren,

Und uns das Werkzeug unsrer Ohren Dazu formiret und geschenkt, Wodurch sich, sonder alle Müh, Die liederreiche Harmonie

In die gerührte Seele senkt. Will man nun recht, und menschlich hören; Muß man des Wohllauts Ursprung ehren.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
2. Des Gehörs. · Barthold Heinrich Brockes · Poetry Cove