Gott Lob! die schnellen Blitze schwinden, Der Donner rollt und knallt nicht mehr, Die Wolken sind von wilden Winden, So wie von schwehren Schlossen, leer,
Der Luft-Kreis hat sich aufgeklärt, Das Ungewitter aufgehört. Wie stark und heftig es gestürmet, Wie sehr der Wetter Grimm gekracht;
Sind wir doch gnädiglich beschirmet Durch GOttes weise Lieb’ und Macht. Hat es gleich noch so sehr geblitzt, Hat Seine Huld uns doch beschützt.
Wer sah im aufgerißnen Himmel, In einer allgemeinen Gluht, Bey einem schmetternden Getümmel, Bald Schwefel-blau, bald Roht wie Blut,
So manchen noch viel hellern Strahl, Und schnelle Blitze sonder Zahl. Der nicht, im höchst gerechten Schrecken, Der Elementen Kräft’ empfand,
Und, da sie sich so weit erstrecken, Nicht gleich sein armes Nichts erkannt; Der nicht, da ihm sein Fall so nah, Auf seines Schöpfers Gnade sah!
Dem, da so Luft als Erde schüttert, Durch der gepreßten Wolken Grimm, Nicht auch mit Recht sein Herz gezittert Vor Dem, Der in des Donners Stimm’
Solch einen furchtbarn Ton geprägt, Daß jedes Herz für Schrecken schlägt. Da aber itzt das schwehre Wetter Verzog, Blitz, Knall und Sturm vorbey;
So überlegt, wer der Erretter In dieser Noht gewesen sey? Ohn’ Den ihr arm, verbrannt, versehrt, Gelähmt, ja gar zerschmettert, wärt.
Unendlichs All! durch Dessen Willen Geschöpf’ entstehen und vergehn, Durch Den allein die Donner brüllen, Durch Den das Licht der Sonnen schön,
Es ist bloß Deine Gnad’ allein, Daß wir erhalten worden seyn. Daß unser Guht kein Blitz versehret, Kein Strahl durch unsre Glieder fuhr,
Ward bloß allein durch Dich gewehret, Quell und Erhalter der Natur! Dein Gnaden- reicher Wille wollt, Daß uns kein Unfall treffen sollt.
Wie Du nun, HErr, durch dieß Erhalten, Das Unsrig’ uns aufs neu geschenkt; Verdient dieß väterliche Walten Denn nicht, daß man, gerühret, denkt:
“erbarmung-voller GOtt, nur Dir „sey Ehre, Preis und Dank dafür! Wir preisen Deine Vater-Triebe, Wir rühmen Deine weise Macht,
Daß Du, aus lauter Huld und Liebe, In dieser Noht an uns gedacht. Dir danket billig jedermann, Daß er, beschützt, Dir danken kann.
Kommt, nehmt zugleich des Höchsten Führung, Und, nebst der Probe Seiner Macht, Die Weisheit göttlicher Regierung, Auch selbst im Blitz und Sturm, in Acht!
Da, selbst durch Blitz und Sturm, die Welt, Nach GOttes Ordnung, sich erhält. Was bringet nicht ein schneller Regen, Bey unerträglich schwehrer Hitz,
Durchs Wetter hergeführt, für Segen! Wie machet nicht der helle Blitz, Durch schnellen Brand, die Lüfte rein, Daß sie uns nicht beschwehrlich seyn!
Dieß ist itzt abermahl geschehen, Die Luft ist rein, die Welt getränkt; So laßt uns GOttes Ruhm erhöhen, Der alles uns zum Besten lenkt!
Der auch, wenns wettert, blitzt und stürmt, Die Welt erhält, und uns beschirmt.
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