Skip to content
1747–1794

Trautel .

Gottfried August Bürger

Mein Trautel hält mich für und für In festen Liebesbanden; Bin immer um und neben ihr; Sie läst mich nicht abhanden.

Ich darf nicht weiter, als das Band, Woran sie mich gebunden. Sie gängelt mich an ihrer Hand Wol Tag für Tag zwölf Stunden.

Mein Trautel hält mich für und für In ihrer stillen Klause. Darf nie zum Tanz, als nur mit ihr, Nie ohne sie zum Schmause.

Und ich bin gar ein guter Man, Der sie nur sieht und höret, Und aus den Augen lesen kan, Was sie befielt und wehret.

Ich, Trautel, bin wol recht für dich, Und du für mich geboren. O Trautel, ohne dich und mich, Sind ich und du verloren. —

Wann einst des Todes Sense klirt, Und mähet mich von hinnen, Ach! lieber lieber Gott! was wird Mein Trautel doch beginnen?

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Trautel . · Gottfried August Bürger · Poetry Cove