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1782

Molly's Abschied

Gottfried August Bürger

Lebe wohl, du Mann der Lust und Schmerzen! Mann der Liebe, meines Lebens Stab! Gott mit dir, Geliebter! Tief zu Herzen Halle dir mein Segensruf hinab!

Zum Gedächtnis biet' ich dir, statt Goldes – Was ist Gold und goldeswerter Tand? – Biet' ich lieber, was dein Auge Holdes, Was dein Herz an Molly Liebes fand.

Nimm, du süßer Schmeichler, von den Locken, Die du oft zerwühltest und verschobst, Wann du über Flachs an Pallas Rocken, Über Gold und Seide sie erhobst!

Vom Gesicht, der Mahlstatt deiner Küsse, Nimm, so lang' ich ferne von dir bin, Halb zum mindesten im Schattenrisse Für die Phantasie die Abschrift hin!

Meiner Augen Denkmal sei dies blaue Kränzchen flehender Vergißmeinnicht, Oft beträufelt von der Wehmut Taue, Der hervor durch sie vom Herzen bricht!

Diese Schleife, welche deinem Triebe Oft des Busens Heiligtum verschloß, Hegt die Kraft des Hauches meiner Liebe, Der hinein mit tausend Küssen floß.

Mann der Liebe! Mann der Lust und Schmerzen! Du, für den ich alles that und litt, Nimm von allem! Nimm von meinem Herzen – Doch – du nimmst ja selbst das Ganze mit!

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