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1747–1794

Das vergnügte Leben.

Gottfried August Bürger

Der Geist mus denken. Ohne Denken gleicht Der Mensch dem Oechs- und Eselein im Stalle. Sein Herz mus lieben. Ohne Liebe schleicht Sein Leben mat und lahm, nach Adams Falle.

Ein Kranz umkränz’ ihn, ohne Drang und Zwang, Ein Kranz von klugen nur nicht stolzen Leuten, Die sich auf Wiz verstehn und Schnurrigkeiten; Denn sonst währt mancher Abend gar zu lang.

Dabei ist’s eine himlisch schöne Sache Um Einen rechten braven Herzensfreund, Der, ist man frölich, wacker mit uns lache, Und ehrlich weine, so man selber weint.

Der Abend mus ein Leckermal bescheren; Ein Mal, erheitert durch Gespräch und Wein. Da mag das Herz vol guter Dinge seyn; Nur mus der Kopf des Rausches sich erwehren.

Was für ein Wunsch zu guter Nacht sich schikt, Das brauch’ ich nicht erst lang und breit zu sagen. Ein Weibchen mus man mit zu Bette tragen, Das jede Nacht, wie eine Braut, entzükt.

Sagt, Freunde, schlendert nicht ein solches Leben, Gar artig und gemächlich seinen Gang? Seit mir die Lieb’ Amalien gegeben, Besiz’ ich alles, was ich eben sang.

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