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1747–1794

An Friedrich Leopold Grafen zu Stollberg.

Gottfried August Bürger

Friz! Friz! Bei den Unsterblichen, die hold Auch meinem Leben sind! — Sie zeugen mir! — Sieh, Angesichts der Ritter unsres Volks Und ihrer losen Knappen, schreitest du

Zu Truz, mit Wehr und Waffen, in mein Feld, Und wirfft den Fehdehandschuh vor mich hin. Ha! Schauerte nun auch die Menschlichkeit, Wie Hektorn vor dem Ajax und Achil,

Vor dir mich an; hüb’ ich ihn doch empor. Bei Gott! Bei Gott! Du Troziger, ich mus! — So gelt’ es dann! Sieg gelt’ es, oder Tod! — Denn wisse! Keinem Knaben sprichst du Hohn,

Der seine ersten Waffen schwankend prüft. Straf sind die Sehnen meiner Jugendkraft; Ich bin gewandt zu ringen; meinem Arm Ist Phöbus güldnes Schwert ein Halmenspiel;

Den Silberbogen des Ferntreffenden Weis ich zu spannen; treffe scharf das Ziel; Mein Köcher rasselt güldner Pfeile vol ‒‒‒ Wer mag einher in meiner Rüstung gehn? —

Es gelte, Friz! Sieg gelt’ es, oder Tod! — Du! Huldigt dir Gesang und Sprach’ allein? Und waltet nicht des Mäoniden Geist Auch über meinem Haupt? Ich rang mit ihm,

Wie Herkuls Kraft mit Anteus Zauber rang. Bezwang ich ihn nicht oben in der Luft? — Ich komm’, ich komme dir! Denn ehren mag Ein solcher Widersacher das Gefecht.

Wie wird des Sieges Blume meinen Kranz Verherlichen! — Und gäbe mich der Rath Der Himmelsherscher dir auch unterthan; So könt’ ich doch von keiner edlern Hand,

Als deiner, sterben, edler starker Held! Auf! Rüste dich! Sieg gilt es, oder Tod!

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