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1816

[Wie so leis die Blätter wehn]

Clemens Brentano

Wie so leis die Blätter wehn In dem lieben stillen Hain, Sonne will schon schlafen gehn, Läßt ihr goldnes Hemdelein

Sinken auf den grünen Rasen Wo die schlanken Hirsche grasen In dem roten Abendschein. Gute Nacht, Heiapopeia

Singt, Gockel, Hinkel und Gackeleia. In der Quellen klarer Flut Treibt kein Fischlein mehr sein Spiel, Jedes sucht, wo es ruht,

Sein gewöhnlich Ort und Ziel Und entschlummert überm Lauschen Auf der Wellen leises Rauschen Zwischen bunten Kieseln kühl.

Gute Nacht, Heiapopeia Singt, Gockel, Hinkel und Gackeleia. Schlank schaut auf der Felsenwand Sich die Glockenblume um,

Denn verspätet über Land Will ein Bienchen mit Gebrumm, Sich zur Nachtherberge melden In den zarten blauen Zelten,

Schlüpft hinein und wird ganz stumm. Gute Nacht, Heiapopeia Singt, Gockel, Hinkel und Gackeleia. Vöglein, euer schwaches Nest

Ist das Abendlied vollbracht Wird wie eine Burg so fest. Fromme Vöglein schützt zur Nacht, Gegen Katz und Marderkrallen,

Die im Schlaf sie überfallen, Gott, der über alle wacht. Gute Nacht, Heiapopeia Singt, Gockel, Hinkel und Gackeleia.

Treuer Gott, du bist nicht weit, Und so ziehn wir ohne Harm In die wilde Einsamkeit, Aus des Hofes eitelm Schwarm.

Du wirst uns die Hütte bauen, Daß wir fromm und voll Vertrauen Sicher ruhn in deinem Arm. Gute Nacht, Heiapopeia

Singt, Gockel, Hinkel und Gackeleia.

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