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1810

[Wie du sollst in Schönheit wallen] [1]

Clemens Brentano

Wie du sollst in Schönheit wallen Und dem Herrn doch wohlgefallen? Frag die Wiesenblümelein Die nicht ihrer Schönheit denken

Sich der Sonne heben – senken Einsam duften und allein, Wo sie sproßten in dem Garten Ruhig auch den Tod erwarten,

Ihrer Schönheit ew'gen Samen, Gottes Lüften gern vertrauen Freudig sterben und nicht schauen, Wo der Herr sie aus will säen in seinem Namen.

Nichts vergehet nichts entstehet, Alles ist unendlich da Denn der Herr ist O und A! Doch die armen Augen taugen

Nur den ird'schen Tod zu sehn, Dichter, du sollst eingestehn, Daß die Rose, die verblichen Du der Sterblichkeit verglichen

Eh' sie war, und da sie glühte Und nachdem sie längst verblühte, Daß die Rose eh und je, Die ich hier erblassen seh',

Ewiglich in Gott florieret, Und wer dieses recht verstehet, Triumphieret Nichts vergehet, nichts entstehet

Alles ist unendlich da, Denn der Herr ist O und A.

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