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1778–1842

Trinklied .

Clemens Brentano

Wer fragt danach, Aus dem Gelag, Hab ich mir vorgenommen, Den ganzen Tag,

So lang ich mag, Auch morgen nicht zu kommen. Herr Wirth, gebt ihr Die Freyheit mir,

Mich lustig zu erzeigen, So seht nur an, Wie wohl ich kann Die frischen Gläser neigen.

Dies ist der Trank, Der Unmuth zwang, Durch den wir lustig werden, Der unsern Geist

Der Pein entreißt, Giebt freudige Geberden. Er thut uns kund Des Herzens Grund,

Macht Bettler gar zu Fürsten, Wir werden kühn Und frisch durch ihn, Daß uns nach Blut muß dürsten.

Sein süßer Saft Giebt denen Kraft Zu reden, die sonst schweigen, Macht uns bereit,

Barmherzigkeit Den Armen zu erzeigen, Wie auch beherzt, Das was uns schmerzt

Zu eifern und zu lästern, Ertheilt die Kunst Und alle Gunst Der dreymal dreyen Schwestern.

Daher man sieht, Wenn wir hiemit Die Nase schon begossen, Wie dann der Fluß

Des Pegalus Kommt auf uns zugeschossen, Der will dann ein Poete seyn,

Der kann viel Streitens machen Von der Natur, Der redet nur Von Gottes hohen Sachen.

Dort hat ein Paar Sich bey dem Haar, Der greift nach seinem Degen, Der steht und speit,

Der jauchzt und schreit Und kann sich kaum noch regen. Der säuft dem zu Auf einen Du,

Der schwatzt von seinen Kriegen, Der sitzt und weist Wo er gereist, Und scheut sich nicht zu lügen.

Auch mir wird izt Der Kopf erhitzt, O Wein, von deinen Gaben, Die Zunge singt

Die Seele springt, Die Füsse wollen traben, Wohlan noch baß Durch dieses Glas

Will ich auf dich jezt zielen, Du deutsches Blut Laß mir ein gut Rundadinella spielen.

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