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1778–1842

Todesahndung einer Wöchnerin .

Clemens Brentano

Mein Auge wankt, Am Mond erkrankt, Er möchte mir beyspringen, Mir drohn des Todes Klingen.

Muß Sichelschein Den Zirkel rund Zur Todesfackel füllen, Ich bild mirs ein,

Ich sterb zur Stund; Helft weinen ihr Gespielen! Vergönnt es mir, Das Grün hinfür

Allhier noch anzuschauen, Auf Bergen, Thal und Auen; Was Laub und Blüth Ins Auge trägt,

An Buchen, Eichen, Tannen, Und was nur hie Der Frühling pflegt, Für Teppich aufzuspannen.

Die Wasserflüß Bezeugen dieß, Die rauschend weiter fließen, Die Büsche grün begiessen;

Nie stehn sie still, Sind ohne Ruh, Die Reis' mir anzudeuten; Wenn ich erfüllt

Mein Werk dazu, Nach den erkannten Zeiten. Ein Monat Licht, Von hinnen flücht;

Das Trauern in dem Hirne Treibts Uhrwerk der Gestirne. Wohlan so lauf O Thrän den Weg,

Zur Wanderschaft mußt fliessen; Verlobt zum Kauf Dich niederleg, Den jüngsten Tag zu grüssen.

Wenn ich schon klag, So viel ich mag, Mein schwache Stimm zu heben, Weil ich möcht länger leben;

Mein Herz vernimmt In gleichem Schall, Umsonst ist mein Bewerben. Es bringt die Stimm

Im Wiederhall, Ich müsse leider sterben! Die Klinge zück, Ich nicht verrück

Die perlenweisse Kehle, Gott gnadet meiner Seele! In weiß und roth Geziert will seyn,

In hocherwünschten Farben; Denn Jesu Tod Bricht Röselein, Die nie bisher verdarben.

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