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1810

Sonett

Clemens Brentano

O schwerer heißer Tag, ihr leichtes Leben Schließt müde weinend seine Augenlider, Schon senkt der Schlaf das tauende Gefieder, Um solche Schönheit kühl ein Dach zu weben. –

Von ihren Lippen leise Worte schweben, „Du Liebe süßer Träume kehre wieder!“ Da läßt sich ihr der Traum der Liebe nieder, Um ihres Schlummers kranke Lust zu heben. –

„Du Traum! – ich bin kein Traum, spricht er mit Bangen, O laß uns nicht so holdes Glück versäumen!“ Da weckt er sie, und wollte sie umfangen. – Sprecht! Wessen bin ich? Wer hat mich besessen?

Ich lebte nie – war eines Weibes Träumen – Und nimmer starb ich, – Sie hat mein vergessen.

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Sonett · Clemens Brentano · Poetry Cove