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1799

Simphonie

Clemens Brentano

Ruhe! – die Gräber erbeben; Ruhe! – und heftig hervor Stürzt aus der Ruhe das Leben, Strömt aus sich selbsten empor

Die Menge, vereinzelt im Chor. Schaffend eröffnet der Meister Gräber – Geborener Tanz Schweben die tönenden Geister;

Schimmert im eigenen Glanz Der Töne bunt wechselnder Kranz. Alle in einem verschlungen, Jeder im eigenen Klang,

Mächtig durchs Ganze geschwungen, Eilet der Geister Gesang Gestaltet die Bühne entlang. Heilige brausende Wogen,

Ernst und wollüstige Glut Strömet in schimmernden Bogen, Sprühet in klingender Wut Des Geistertanz silberne Flut.

Alle in einem, erstanden, Sind sie sich selbst nicht bewußt Daß sie sich einzeln verbanden; Fühlt in der eigenen Brust

Ein jeder vom Ganzen die Lust. Aber im inneren Leben Fesselt der Meister das Sein; Läßt sie dann ringen und streben;

Handelnd durcheilet die Reihn Das Ganze im einzelnen Schein.

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