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1811

Nachtigall

Clemens Brentano

Sehnsucht, Schwermut, Wehmut, O wie schwüle Gefühle fühle Ich im kleinen Herzen, Daß ich stolz in Demut,

Recht im Glutgewühle Mir den Mut erkühle Und in bittern Schmerzen Süß kann scherzen,

O du Liebeswiderspruch! Stummes Echo, segensvoller Fluch, Feuer das erquicket, Luft die ersticket, Wasser, das dürstend flehet,

Erde, die wie Luft und Feuer wehet. O wie ist der Streit so geschwinde und gelinde, Daß die Lust die Liebe finde, beide überwinde Mit dem blinden Kinde Amor, der die Binde

Seiner Augen niederreißt im Siege, Um zu schauen, wie die Lieb' der Lust erliege, Daß das Leben sich zu beiden schmiege, Und er sieht, der Kampf ist nur die Wiege,

Daß die weinende Sehnsucht schwiege Und das neue Leben schaukelnd gaukelnd Zu den Sternen fliege.

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Nachtigall · Clemens Brentano · Poetry Cove