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1803

[Laß Dich, mein Kind]

Clemens Brentano

Laß Dich, mein Kind den Tadel nicht verführen, Vertrau wenn du ihn hast, dem guten Sinn, Und sprich: Nur weil ich nicht unsterblich bin Will die Versöhnung liebend mir gebühren.

Denn Gottes Hand sie kann uns plötzlich rühren, Und stürb' der Freund mir unversöhnet hin, So würde scharfer Tadel, den Gewinn Daß Liebe ich gegeben, mir entführen.

Bis dahin suche Trost in dem Sprüchworte, Daß Rom nicht ist in einem Tag gebauet, Daß alle alles auch zugleich nicht können. Daß vor dem Morgen erst, der Himmel grauet,

Daß trunken bunt Aurora pflegt zu brennen, Bevor der Gott tritt aus der Sonnenpforte.

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[Laß Dich, mein Kind] · Clemens Brentano · Poetry Cove