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1816

[Kein Tierlein ist auf Erden]

Clemens Brentano

Kein Tierlein ist auf Erden Dir, lieber Gott zu klein, Du ließt sie alle werden, Und alle sind sie dein.

Zu dir, zu dir Ruft Mensch und Tier Der Vogel dir singt Das Fischlein dir springt

Die Biene dir brummt Der Käfer dir summt Auch pfeifet dir das Mäuslein klein, Herr Gott, du sollst gelobet sein.

Das Vöglein in den Lüften Singt dir aus voller Brust, Die Schlange in den Klüften Zischt dir in Lebenslust.

Zu dir, zu dir Ruft Mensch und Tier usw. Die Fischlein, die da schwimmen Sind, Herr, vor dir nicht stumm,

Du hörest ihre Stimmen, Ohn' dich kommt keines um. Zu dir, zu dir usw. Vor dir tanzt in der Sonne

Der kleinen Mücken Schwarm, Zum Dank für Lebenswonne Ist keins zu klein und arm. Zu dir, zu dir usw.

Sonn', Mond gehn auf und unter In deinem Gnadenreich, Und alle deine Wunder Sind sich an Größe gleich.

Zu dir, zu dir usw. Zu dir muß jedes ringen, Wenn es in Nöten schwebt, Nur du kannst Hülfe bringen,

Durch den das Ganze lebt. Zu dir, zu dir usw. In starker Hand die Erde Trägst du mit Mann und Maus,

Es ruft dein Odem, Werde, Und bläst das Lichtlein aus. Zu dir, zu dir usw. Kein Sperling fällt vom Dache

Ohn' dich, vom Haupt kein Haar, O teurer Vater wache Bei uns in der Gefahr. Zu dir, zu dir usw.

Behüt' uns vor der Falle Und vor dem süßen Gift Und vor der Katzenkralle, Die gar unfehlbar trifft.

Zu dir, zu dir usw. Daß unsre Fahrt gelinge Schütz' uns vor aller Not, Und helf' uns zu dem Ringe

Und zu dem Zuckerbrot. Zu dir, zu dir usw.

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