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1802

[Heute kömmst du nicht lieb Liebchen]

Clemens Brentano

Heute kömmst du nicht lieb Liebchen, Heute nicht, doch harr' ich deiner, Komm doch schnelle, eh' es nachtet Ei wie kannst du so verweilen.

Traurig späh' ich aus dem Fenster, Heute wirst du nicht erscheinen, Wo das Herz so liebt und strebet, Vieles Liebchen dir zu teilen.

Eins – zwei – drei – willst du nicht kommen Sieh da hast du's, ich muß weinen, Weil du so dein Glück versäumest, Wer nicht hören will muß leiden.

Aber Liebe ist so sparsam, Daß sie mit den Schmerzen geizet Nur mir fehlst du, wenn du fehlest, Da ich nur dein Fehlen leide.

Täglich will es Abend werden, Sind es denn nicht jene Saiten, Herzlein die sich wieder regen, Seid gegrüßt ihr Lieblichkeiten,

Täglich will es Morgen werden, Wirst du morgen wieder schweigen, Herzlein, wenn die Welt sich reget, Sei gegrüßt im frommen Streite.

Tausend gute Nacht mein Liebchen, Ich will einen Traum bereiten Ohne Vater, ohne Mutter, Einen Traum nur für uns beide.

Sieh so sprachen Orgeltöne, Abends still in Melodeien, Und zu wichtig schien die Sache, Um sie dir nicht mitzuteilen.

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