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1778–1842

Friedenslied .

Clemens Brentano

Angenehme Taube, Die der Väter Glaube Längst gesehen hat; Lasse dich hernieder,

Hier sind Jesu Glieder, Hier ist Gottes Stadt; Halte Rast, Erwünschter Gast

In den Herzen, Die verlangen, Dich jetzt zu empfangen. Setze dich auf jeden,

Und laß deinen Frieden Ueberalle seyn; Wie du dich erhebest, Auf dem Wasser schwebest,

So kehr bey uns ein. Zeig uns hier Das Oehlblatt für, Als ein höchst erwünschtes Zeichen,

Daß die Fluthen weichen. Was du abgebrochen, Ist uns längst versprochen, Und dieß edle Blat

Ist vom Lebensbaume, Der in Edens Raume Längst gegrünet hat. Träuft es doch

Vom Oehle noch, Welches Jesus lassen fließen, Als er leiden müssen. O Geruch des Lebens!

Der uns nicht vergebens Unser Herz erquickt; Dieses Oehlblatt kühlet, Daß man Lindrung fühlet,

Wenn das Kreuze drückt. Es giebt Kraft und Lebenssaft, Wenn es wohl wird aufgebunden, Heilt es alle Wunden.

Bothe von dem Himmel, Dringe durchs Getümmel, Dieser eitlen Welt; Und mach eine Stille,

Daß ein Herz, ein Wille, Uns zusammen hält. Laß das Blat, Das dein Mund hat,

Unser aller Lippen rühren, Deine Stimme führen. Macht die Feuerschlange, Uns gleich angst und bange,

Hat sie doch nicht Macht, Unsern Leib zu tödten, Jetzt in Kriegesnöthen, Weil ja Jesus wacht.

Jesus schützt, Wenns kracht und blitzt, Jesus will die Seinen decken, Wenn Kanonen schrecken.

Nun du Himmelstaube, Unser aller Glaube Nimmt dich zu uns ein; Wohnest du bei keinen,

Als nur bey den Reinen, Ach so mach uns rein. Taubenart Bringt Himmelfahrt,

Bring uns den lieben Frieden Von dem Sternen-Hügel.

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