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1810

[Die Rose blüht] [1]

Clemens Brentano

Die Rose blüht, selig die fromme Biene, Die in der Blätter keuschen Busen sinkt Und milden Tau und linden Honig trinkt, Selig die Magd, die dir o Rose diene!

In Freuden schwebet ihr Gemüt, Weil ihre Rose blüht. Die Rose blüht, Gott laß doch milde glühen Der Sonne Licht, hüll' Ros' und Röselein

Gen Frost und Glut in deine Gnade ein, Laß alle Lieb' in dieser Rose blühen, Dann singt das ganze hohe Lied: Ach unsre Rose blüht!

Wie rosigt blüht das Röslein aller Rosen Und lacht mit solcher Herzempfindlichkeit, Daß selbst die Lilie ihr zu Dienst sich weiht, Mit keiner andern Blume zu liebkosen,

Weil aller Unschuld Seelenfried Aus diesem Röslein blüht.

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