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1778–1842

Die hohe Magd .

Clemens Brentano

Ein Magd ist weiß und schone, Gott führt den höchsten Preiß, Und die ihm dient, zum Lohne An Künsten wird sie reich,

Geht jungfräulich bei Frauen Dort auf den grünen Auen, Glück zu mein edler Zweig! Ihr Leib war angebildet

Mit Keuschheit übergroß, Schwang sich in ihren Willen, Schwang sich in ihren Schooß, Er war so stark von Kräften,

Von meisterlichen Geschäften — Gott schuf wohl Himmel und Erd. Ein Kind nach Adams Weise An ihren Brüsten lag,

Es war ein alter Greise, Erschuf den ersten Tag, Es ward ein starker Ritter, Sein Leiden ward ihm bitter,

Erlitt groß Ungemach. Sein Seit ward ihn zerschnitten Mit einem scharfen Speer, Damit hat er zersplitten

Die Hölle samt der Erd. Gott tröstet den Gefangnen, Drey Wünsche waren ihm ergangen Gegen diese heilige Zeit.

Gott stieg aus seinem Grabe, Ein Fürst war wohlgemuth, Mit seinem Kreuz und Stabe, Drey Fähnlein schwenkt er roth,

That sich gen Himmel kehren, Nach tugendlichen Ehren Stand ihm Herz, Muth und Sinn. O Stern, o Glanz! o Krone,

O Himmel aufgethan! Maß gab ihr Gott zum Lohne, Drey Chorengel Lobgesang, Bekleidet ihn mit Sonne,

Maria war voll Wonne, Wie hell scheint uns der Mond!

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Die hohe Magd . · Clemens Brentano · Poetry Cove