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1834

Die Blumen an Sie

Clemens Brentano

Als Sonnenfeuer sprühte Und heiß der Sommer glühte Und süß die Linde blühte Und lieb die Turtel girrte,

Und licht der Glühwurm schwirrte Sprach sterbend zu der Mirte Das letzte Licht der Lilie: „Geh mit der Leidfamilie,

Und heiß willkommen Emilie, Drum stehen hier gleich Kerzen Wir Blumen, stumme Schmerzen Aus einem kranken Herzen

Und flehen um das Leben. In unsern Kelchen beben, Auf unsern Sternen schweben Unsäglich tiefe Leiden,

Doch sind wir still bescheiden, O laß uns dir zur Seiten Ganz linde und gelassen Verblühen und verblassen,

O Jesus! ohne Hassen! O Jesus! ohne Höhnen! O Jesus! dich verschönen, In dem wir uns versöhnen!

Der uns hat hergesendet, Der hat ja bald vollendet, Doch wir sind nicht verschwendet, Wir stehen auf dem Grabe

Gleich einer Tränengabe, Gleich einem schwachen Stabe Des armen Tränenblinden, Sein' Ruheort zu finden,

Den letzten Kranz zu winden, Zu Füßen einer Linden Dem, der bald überwunden Verblutend unverbunden

An tiefen, tiefen Wunden Drum laß in stummen Wehen Uns leis bei dir vergehen, Es giebt ein Untergehen,

Es giebt ein Auferstehen, Es giebt ein Wiedersehen, Da wirst du uns verstehen!“ Amen!

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