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1778–1842

Der Staar und das Badwännelein .

Clemens Brentano

Herr Konrad war ein müder Mann, Er band sein Roß am Wirthshaus an. Das Mägdlein sprach, steig ab, steig ab, Ihre Aeuglein schwankten auf und ab.

Ach Jungfer liebste Jungfrau mein, Schenk mir ein Becher kühlen Wein ein, Ach Herre, lieber Herre mein! Ich bring ein Becher kühlen Wein.

Trink ab, trink ab du rother Mund, Trink aus den Becher auf den Grund. Frau Wirthin, liebe Frau Wirthin mein, Ist dies fürwahr euer Töchterlein?

Mein Töchterlein ist sie nicht fürwahr, Sie ist mein Magd für immerdar. Wollt ihr mir sie leihen auf eine Nacht? So will ich euch geben des Goldes Macht.

Wollt ihr mir geben des Goldes Macht, Will ich sie euch leihen auf eine Nacht. Nun richt dem Herrn ein Fußbad an, Mit Rosmarin und Majoran.

Sie ging in Garten und brach das Kraut, Da sprach der Staar, „o weh du Braut, „in dem Badwännelein ist sie hergetragen, „darin muß sie ihm die Füße zwagen,

„der Vater starb in Leid und Noth, „die Mutter grämt sich schier zu todt. „o weh du Braut! du Findelkind, „weißt nicht wo Vater und Mutter sind.

Da trug sie das Badwännelein, Wohl in des Herrn Schlafkämmerlein. Sie fühlt hinein, obs nit zu warm, Und weint dazu, das Gott erbarm!

Ach meine Braut was weinst du dann? Bin ich dir nicht gut für einen Mann, Du bist mir gut für einen Mann, Ich wein über, was der Staar mir sang.

Ich war im Garten und brach das Kraut, Da sang der Staar: o weh du Braut! In dem Badwännelein ist sie hergetragen, Darin muß sie ihm die Füße zwagen.

Der Vater starb in Leid und Noth, Die Mutter grämt sich schier zu todt. O weh du Braut, du Findelkind, Weißt nicht, wo Vater und Mutter sind.

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