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1778–1842

Das vierte Gebot .

Clemens Brentano

Im Land zu Frankereiche Ein alter Konig saß, Der all sein Land und Reiche An seinen Sohn da gab.

Das war aus Alters Schwäche, Daß er sich des verwandt, Der Sohn thät ihm versprechen, Ich nähre dich zur Hand.

Der Sohn gar bald sich nahme Ein Hausfrau minniglich Die war dem Vater grame, Sprach also klägelich:

Der alt Mann thut stets husten, Bei Tisch, das graut mir sehr, Und nimmt mir Essens Lusten, Macht mir die Zunge schwer.

Der Sohn thät ihren Willen, Ließ auch den Vater sein Da legen in der Stillen Unter die Stiege hinein.

Ein Bett darinnen stunde, Von Heu und auch von Stroh, Recht als Viel Jahre lag er so.

Die Konigin thät sich legen, Gebahr ein Sohne gut, Der ward ein stolzer Degen, Und hätt ein frommen Muth.

Als der die Sach erkannte, Bracht er zu aller Stund Seim Anherrn Speiß und Tranke, Was er nur finden kunt.

Er bat ihn an eim Taae Um eine Roßdeck alt, Daß er nit kalt da lage, Der fromm Jüngling lief bald.

Da er zum Roßstall kame, Ein Roßdeck, die war gut, Er von dem Pferd da nahme, Zerriß sie mit Unmuth.

Sein Vater ihn da fraget: Was ihm die Roßdeck thät: „ich bring sie halb, er saget „deim Vater an sein Bett.“

Das Halbtheil ich behalte Für dich, wenn du da ruhst, Wo deinen Vater alte, Du jezt versperren thust.

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