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1778–1842

Das Bäumlein .

Clemens Brentano

Ein Bäumlein zart, Geschlachter Art, Von edlem Stamm, Und gutem Nahm,

Nach seiner Natur Ganz rein und pur, Kein süßer Frucht Nie Mensch versucht,

Wer möcht es lahn Und nicht begehren Frucht davon. O mein! O mein! Ich gab mich ihr ins Herz hinein,

In ihrem grünen Röckelein. Aus festem Grund, In schönem Rund, Dieß Bäumlein zart,

Gezieret ward, Die Aestlein schlecht, Schwank und gerecht, Grün adlich fein

Die Blätter sein, Der Früchte Zier Wär süßer mir, Als Zucker oder Malvasier.

O mein! O mein! Ich gab mich ihr ins Herz hinein, In ihrem grünen Röckelein. So ich besinn,

Was gut Gewinn, Dies Bäumlein klug, Mit Nutz und Fug, Eh es im Gart

Versperret ward, Ertragen hat, Ist Freud verzehrt Des Herzens mein,

Ich schrei in Pein, Gott segn dich zarts Bäumelein. O mein! O mein! Senk Zweigelein,

Daß ich mich schwenk zu dir hinein!

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