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1778–1842

Bienenlied .

Clemens Brentano

Ein Liedlein will ich singen, Vom Honigvögelein, Die hin und her sich schwingen, Wie bunte Blumen seyn.

Das Völklein in dem Grünen, Es schmauset auf der Weid, Ich singe von den Bienen, Auf dieser freien Haid.

Der Winter hält gefangen Das zarte Jungfernvolk, Bis daß der Schnee vergangen, Frost, Schauer, Nebelwolk.

Und wann die Weste stimmen, Nach linder Lenzen Art, So machen sich die Immen Auf ihre Blumenfarth.

Sie ziehen mit der Trummel, Der Stachel weist das Schwerdt; Ihr Brummel und Gehummel Hat niemand noch gefährdt.

Sie nehmen sonder Morden Den zarten Blumenraub, Und ihre Beut ist worden Der Baum und Blüthen Laub.

Wie sie die Wachsburg bauen, Aus güldnem Pergament, Kann niemand nicht beschauen, Ja keines Künstlers Händ

Hat man so sehr bewundert, Die Zimmerchen so gleich, Sechseckigt ist gesondert Das Honigkönigreich.

Man sieht sie friedlich leben Ohn Eigennutz und Streit, In steter Mühe weben, Zu Lenz und Winterszeit;

Sie pflegen Der Blumen Saft und Thau, Und führen mit Behagen Gesammt den Zuckerbau.

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