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1834

An eine Feder 17. Jenner 1834

Clemens Brentano

Danke, danke, süße Feder! Liebchen ist es, die dich schnitte, Solche Huld geschieht nicht jeder, Denn sie hat nach Kindersitte

Dich mit ihrem Mund benetzet, Ihre süße linde Lippe, Die noch nie ein Kind verletzet, Küßte lindernd deine Nippe,

Und du trankst auch eine Zähre, Die um mich sie hat vergossen, Federchen nicht mehr begehre, Du hast Lust und Leid genossen,

Schwarz will ich dich nie betinten, Tinte ist so herb und bitter Und ein Linderkuß gleicht linden Rosen um ein Perlengitter

Komm und schreib: Mit meinem Blute Das die Linde hat versüßet, O du Liebe, Süße, Gute!

Sei vom treusten Herz gegrüßet Das an deinem Herzen ruhte Und gerungen und gebüßet Und geküßt die scharfe Rute

Wie ein Kind, als sie erblühte Unter deinen linden Händen, O du Überfluß der Güte Willst du nicht dein Werk vollenden?

Lasse doch die Dornenhiebe Rosen deiner Seele tragen, Daß mein Blut sich Ruh' erschriebe: Laß die linde Lippe sagen:

Ich vergebe, denn ich liebe.

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