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1817

An das Blut am Abend vor dem Gericht

Clemens Brentano

Gute Nacht du liebes Blut Rinn noch einmal zu dem lieben Herzen Tu dir heut noch was zu gut, Morgen wirst du deine Lust verscherzen.

O du sel'ger Feuerquell! Manchen Wundertraum hast du geschaukelt, Wie ein trunkener Gesell Bist du durch das liebste Herz gegaukelt.

Warst so überwohl zu Haus, In den lieben reinen blauen Adern, Machtest du dich gar zu kraus, Wußtest gar nichts von fatalen Badern.

Doch du machtest dich zu breit, Hieltest nicht die Flut und nicht die Ebbe, Wie das Meer, das seiner Zeit Demutsvoll dem Monde küßt die Schleppe.

Hieltest dich auch nimmer still Triebst ein Hämmern, Brennen Stechen, Wer im Hause bleiben will, Muß dem Herrn nicht immer widersprechen.

Lang sah man der Unart zu, Doch verloren ist an dir so Malz als Hopfen, Welchen trifft die Strafe nu, Ach ihr dauert mich ihr armen Tropfen.

Und weil keiner von euch weiß, Ob er morgen ins Gericht wird treten Sollt ihr alle gleicherweis Heut noch einmal mit der Lieben beten.

Seid fein still und tuet Buß', Wer von euch sie im Gebete störet Morgen aus dem Hause muß, Fühlen muß zuletzt wer nicht gehöret.

Gute Nacht du liebes Blut Rinn noch einmal zu dem lieben Herzen, Wem es einmal ward so gut, Der kann alles andre leicht verschmerzen.

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