Skip to content
1817

[Ach alles geht vorbei]

Clemens Brentano

Ach alles geht vorbei Selbst dieser Unverstand Den ich in einer wundersel'gen Stunde, An einer Wand empfand

Hat nicht Bestand. Ja alles geht vorbei, Doch daß ich auferstand Und wie ein Irrstern ewig sie umrunde,

Ein Geist den sie gebannt, Das hat Bestand. Ja alles geht vorbei, Nur dieses mag'sche Band

Aus meines Wesens tiefstem Grunde Zu ihrem Geist gespannt, Das hat Bestand. Ja alles geht vorbei

Doch ihrer Güte Pfand, Jed Wort aus ihrem reinen lieben Munde Folgt mir ins andre Land, Und hat Bestand.

Ja alles geht vorbei, Nur eines ist kein Tand, Der Geist, der mir in diesem heil'gen Bunde Vom Himmel ward gesandt,

Der hat Bestand. Ja alles geht vorbei, Doch Sie, die mich erkannt, Den Harrenden, wildfremd an Ort und Stunde,

Gieng nicht vorbei, sie stand Reicht mir die Hand. Ja alles geht vorbei, Doch diese liebe Hand

Die ich in dunkler freudenheller Stunde An meinem Herzen fand, Die hat Bestand. Ja alles geht vorbei,

Nur dieser heiße Brand, In meiner Brust die bittre süße Wunde, Die ihre Hand verband, Die hat Bestand!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.