Auf Triumph, es kommt die Stunde, Da sich Zion, die Geliebte, die Betrübte hoch erfreut, Babel aber geht zu Grunde, Daß sie kläglich über Jammer, über Angst und Kum-
mer schreit. Diese Dirne hat beflecket Ihr geschenktes, schön geschmücktes jungfräuliches Eh- renkleid;
Und mit Schmach und Hohn bedecket, Die dem Lamme auf die Hochzeit ist zum Weibe zu- bereit. Stolze Dirne nicht verweile,
Die da auf den vielen, vielen, vielen grossen Wassern sitzt; Und mit Angeln und am Seile Ganze Völker zu sich ziehet, und in schnöder Brunst
erhitzt. Zion siehet auf den Straßen Die entblößten und geschminkten stolzen Töchter Ba- bels an;
Wie sie sich beschauen lassen, König, Priester, hoch und niedrig haben ihre Lust daran. Auf dem Lande, in den Städten
Hat die Dirne mit dem Becher, alle Heyden toll ge- macht; Sie stolzieren in den Ketten, Haben sie als Schicksalsgöttin, sich als Götzen hoch
geacht. Zions Schöpfer schaut vom Himmel Auf die vollen, tollen Heyden und sein heilig Herz entbrennt;
Daß das wüste Weltgetümmel Sich sein trautes Zion nennet, welches ihn doch nicht erkennt. Zion netzet ihre Wangen
Mit so vielen heissen Thränen über den Verwüstungs- gräuel; Und erwartet mit Verlangen In den Banden der Chaldäer ihres Gottes Sieg und
Heil. Amen, Zion ist erhöret, Unsre Thränen sind wie Wasser gegen Mittag aufge- zehret;
Seht, Chaldäa ist zerstöret, Unser Weinen ist in Jauchzen, unsre Last in Lust ver- kehrt. Freue dich mit Herz und Munde,
Du erkauftes, auserwähltes und erlöstes Israel; Siehe Babels eigne Hunde, Die die Frommen jagen mußten, fressen diese Jesabel. Da wir noch an Babels Weiden
Unsre Harfen hängen müsten, war ein Tag wie tausend Jahr; Aber nun in Zions Freuden Wird für einen Tag gerechnet, was sonst tausend
Jahre war. O wie groß ist deine Wonne, Schönstes Zion, es ist kommen, dein erwünschtes Hoch- zeitsfest;
Da sich Jesus, deine Sonne Der dich krönet, deinen Bräutigam, deinen König nennen läßt. Nach der Hochzeit wird die Nymphe
Aus dem Hause ihrer Mutter in des Vaters Haus geführt; Die mit ewigem Triumphe In der Krone ihrer Hochzeit, ewig, ewig, triumphirt.
Auf ihr Cimbeln, auf ihr Saiten, Psalter, Pauken und Trompeten, lobt des Herren Heiligkeit; Laßt uns ihm ein Lob bereiten,
Er ist König, er ist König in der Zeit und Ewigkeit.
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