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1778–1842

3. Triumph des erwählten Volkes .

Clemens Brentano

Auf Triumph, es kommt die Stunde, Da sich Zion, die Geliebte, die Betrübte hoch erfreut, Babel aber geht zu Grunde, Daß sie kläglich über Jammer, über Angst und Kum-

mer schreit. Diese Dirne hat beflecket Ihr geschenktes, schön geschmücktes jungfräuliches Eh- renkleid;

Und mit Schmach und Hohn bedecket, Die dem Lamme auf die Hochzeit ist zum Weibe zu- bereit. Stolze Dirne nicht verweile,

Die da auf den vielen, vielen, vielen grossen Wassern sitzt; Und mit Angeln und am Seile Ganze Völker zu sich ziehet, und in schnöder Brunst

erhitzt. Zion siehet auf den Straßen Die entblößten und geschminkten stolzen Töchter Ba- bels an;

Wie sie sich beschauen lassen, König, Priester, hoch und niedrig haben ihre Lust daran. Auf dem Lande, in den Städten

Hat die Dirne mit dem Becher, alle Heyden toll ge- macht; Sie stolzieren in den Ketten, Haben sie als Schicksalsgöttin, sich als Götzen hoch

geacht. Zions Schöpfer schaut vom Himmel Auf die vollen, tollen Heyden und sein heilig Herz entbrennt;

Daß das wüste Weltgetümmel Sich sein trautes Zion nennet, welches ihn doch nicht erkennt. Zion netzet ihre Wangen

Mit so vielen heissen Thränen über den Verwüstungs- gräuel; Und erwartet mit Verlangen In den Banden der Chaldäer ihres Gottes Sieg und

Heil. Amen, Zion ist erhöret, Unsre Thränen sind wie Wasser gegen Mittag aufge- zehret;

Seht, Chaldäa ist zerstöret, Unser Weinen ist in Jauchzen, unsre Last in Lust ver- kehrt. Freue dich mit Herz und Munde,

Du erkauftes, auserwähltes und erlöstes Israel; Siehe Babels eigne Hunde, Die die Frommen jagen mußten, fressen diese Jesabel. Da wir noch an Babels Weiden

Unsre Harfen hängen müsten, war ein Tag wie tausend Jahr; Aber nun in Zions Freuden Wird für einen Tag gerechnet, was sonst tausend

Jahre war. O wie groß ist deine Wonne, Schönstes Zion, es ist kommen, dein erwünschtes Hoch- zeitsfest;

Da sich Jesus, deine Sonne Der dich krönet, deinen Bräutigam, deinen König nennen läßt. Nach der Hochzeit wird die Nymphe

Aus dem Hause ihrer Mutter in des Vaters Haus geführt; Die mit ewigem Triumphe In der Krone ihrer Hochzeit, ewig, ewig, triumphirt.

Auf ihr Cimbeln, auf ihr Saiten, Psalter, Pauken und Trompeten, lobt des Herren Heiligkeit; Laßt uns ihm ein Lob bereiten,

Er ist König, er ist König in der Zeit und Ewigkeit.

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