Mit Urlaub Frau um euren werthen Diestmann Geheissen war der Bremberger Ein edler Ritter weise, In seinem Ton ich euch wohl singen kann,
Darin mir niemand verdenke, Sein Lob immer preise Er hat gesungen mannigfalt, Das red ich auf die Treue mein
Von einer schönen Frauen. An ihm geschah grosse Gewalt, Daß er verlor das Leben sein, Sein Leib der ward ihm zerhauen.
Der Herr der sprach: „Du hast mir lieb die Fraue mein „o Bremberger es geht dir an das Leben dein!“ Sein Haupt das ward ihm abgeschlagen
Zu derselben Stund, Das Herz er in dem Leibe trug, Das aß der Fraue rother Mund. Der Herr der sprach: „Frau könnt ihr mich beschei-
den nun, „was ihr jetzund gegessen hand, „daß euchs der lieb Gott lohne.“ Die Frau die sprach: „Und das weiß ich sicher
nicht „ich wollts also gern wissen „es schmecket mir also schöne. Er sprach: „Fürwahr glaub du mirs,
„es ist gewesen Brembergers Herz, „er trugs in seinem Leibe „und bracht dir viel Schimpf und Scherz, „es konnt dir machen Freuden viel
„und konnt dir Leid vertreiben.“ Die Frau sprach: „Hab ich gegessen das mir Leid vertrie- „ben hat „und sollt meiner armen Seel nimmer werden Rath,
„so thu ich einen Trunk darauf zu dieser Stund „von Essen und von Trinken kommt nimmer mehr in „meinen Mund.“ Die Frau stand auf, sie eilet von dem Tische
Verbarg sich in ihr Gemach, Und dacht ihrs Herzeus Schwere: „hilf Maria du himmlische Königin „daß mir nie so Leid geschah
„ja an dem Brembergere. „um meinetwillen litt er Noth, „da war er gar unschuldig an, „es muß mich immer reuen, um ihn so leid ich hier den
„tod „meines Leibes er nie gewaltig ward, „red ich bey meinem Treuen; „es kam mir nie so nah, daß mir von ihm ward ein
Umbefang, „des trauer ich sehr, mir ist mein Leben worden krank, „sich hat verkehrt Herz, Muth und all mein Sinn, „und wenn meins Lebens nimmer ist,
„so scheid mein arme Seel von mir dahin.
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