Ein Frosch war einst mit seinem Jungen
Aus seinem Sumpf ans Land gesprungen;
Wo er ein grosses Rindvieh fand;
Das hielt er sich vor eine Schand.
Er sprach: O Himmel, hab ich dir
Darum zu dancken, daß du mir
Solch einen kleinen Leib gegeben?
Wie gantz verschmähet ist mein Leben
Vor vielen, welche grösser sind,
Wie gegenwärtig dieses Rind!
Er wollte gern dem Ochsen gleichen,
Er bläht sich sehr, ihn zu erreichen.
Sein Sohn sieht das, und spricht: o nein!
Es hilft nicht: Laß dein blähen seyn.
Du magst dem nicht wohl widerstreben,
Was die Natur dir hat gegeben.
Der Alte folgte nicht dem Knaben,
Die Hoffart wollt er für sich haben.
Zum andern mahl nun, bläht er sich,
Und sprach zn seinem Sohn: Mögt ich
Dem grossen Ochsen gleicher werden,
Geschähe mir auf dieser Erden
Nichts liebers, Sohn, auf meinen Eid.
Der Sohn sprach: Vater, mir ist leid,
Daß du dich marterst ohne Noth
Ich fürchte sehr, du blähst dich todt,
Folg mir und sey mit Willen klein,
Und laß dein üppig Blähen seyn.
Der Alte sprach: Es wär ein Spott,
Ich thu es nicht; mir helffe Gott;
Ich muß groß werden, wie das Rind,
Deß hast du Ehre, werthes Kind.
Er blähte sich, indem ers sprach,
So heftig auf, daß er zerbrach.