Vor diesem ist ein schwerer Streit gewesen, Darinnen kaum der zehnde Mann genesen. Die Thiere foderten für sich und ihr Geschlecht Das Land, als ihr gebührend Recht.
Gott, sagten sie, hat uns das Land gegeben, Auf dem wir sollten gehn und leben; Und was es bringt und trägt gehöret uns zur Speise. Die Vögel sprachen gleicherweise
Das Erdreich an; die Erde nebst der Luft; Die beyde wären nur für sie gemacht. Für diese wollten sie in einer strengen Schlacht Jhr Leben an die Thiere wagen.
Daher erhub sich nun ein tödlich-schwerer Krieg. Man stritt mit Heldenmuth um Ehr, Besitz und Rechte, Mit Schilde, Spieß u. Schwerdt, so Rittersleut als Knechte. Man jagt und ward gejagt, mit ungewissem Sieg;
Bis daß ein grosser Riß im Vogelheer geschah. Sobald als dieß die Fledermaus ersah, Verließ sie heimlich ihre Schaaren. Sie mischt sich unter die, die ihre Feinde waren.
Sie folgt des feigen Hertzens Rath, Und flieht da man sie nöthig hat. Inzwischen steht mit stürmendem Gefieder Der Adler vor den Riß, ergäntzt die Lücke wieder.
Er schrie die Vögel an, gab ihnen Hertz und Muth, Wie Ajax that, und noch ein kühner thut. Sie würgten ihm mit scharffen Schnäbeln nach. Dadurch verkehret sich des Krieges Glücke,
Es wendet sich der Sieg von seiner Flucht. Mit ihm fliegt auch die Fledermaus zurücke. Sie kam zu der verdienten Straffe, Die Vögel machten sie gantz nackt und bloß;
Sie gaben ihr manch harten Puff und Stoß. Dazu ward ihr zur Busse das gegeben, Sie sollte Nachts ihr schändlich Leben Mit Speise zu versorgen fliegen;
Des Tages sollte sie im Finstern liegen.
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