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1698–1783

Von dem Sinnreichen und dem Scharfsinnigen.

Johann Jacob Bodmer

Ein Geist der Ehre sucht, muß etwas weiter ziehn, Denn wo der Gräntzstein ligt. Drum bist du ausgerissen Als wie ein junger Leu, im Fall er an den Füssen Die Klauen wachsen sieht, und um den Halß die Mähn,

Die Zähn im Maule merckt; er will nun ferner gehn Aus seiner Hölen Loch, in der er ist erzogen: Und wie ein Adler thut, der nicht läßt ungeflogen, Wiewol er kümmerlich erst jetzt hat ausgekielt,

Und noch der Nordwind nicht mit seinen Federn spielt. Er macht sich in die Luft, und schwingt mit freyem Zügel Bis zum Gewölcke hin die wenig starcken Flügel; Alsbald er etwas dann erblickt in einer Bach,

So stürtzet er herab, und setzt den Enten nach, Die grossen Schreckens voll sich für ihm untertauchen.

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