Heint als der Monde war in seinen Kreiß gezogen,
Und mich der süsse Schlaf umfangen durch die Nacht,
Ward mir mein Augentrost im Traume fürgebracht,
Als läge sie bey mir an meine Brust gebogen,
Jhr Hertze war in mich, mein Hertz in sie geflogen;
Fand aber gäntzlich nichts, wie ich des Morgens wacht,
Und hielt die Lacken in den Armen, drum ich lacht,
Als ich recht innen ward, daß ich so sehr betrogen.
Verräther, loser Traum, warum denn fleuchst du bald?
Laß mich doch länger sehn die liebliche Gestalt,
Laß sich doch mehr bey mir diß schöne Vorbild säumen.
Betrieger, krieg ich nichts als Hohn und Spott von ihr,
Und ihrer Schönheit Ros’, ach bitt ich, laß doch mir
Drey tausend Jahr so süß, ohn alles Wachen, träumen.