Ein Löwe war an Jahren alt,
An Tugenden und Kräften kalt,
Als ihm von Feinden weh geschah.
Da ihn ein Eber liegen sah,
Dacht er an seinen alten Schaden,
Und biß den Löwen in die Waden.
Der Ochs kam auch daher gerannt,
Wo er den alten Löwen fand
Er übt an ihm auch seine Rach’,
Indem er ihn mit beyden Hörnern stach.
Mit andern Thieren kam zugleich
Der Esel auch hinzu, und gab ihm manchen Streich
An seine krancke Stirn. Das ist für die Untugend,
Die du mir vor der Zeit erzeigt in deiner Jugend;
Sprach er. Der Löwe fieng mit einem Seufzer an:
„ich litt es, schlüge mich ein Mann,
„daß mich ein Esel schlägt, schmerzt mehr als alle
(noth,
„so weh thut nicht der bittre Tod.