Die Schwalbe sah einst Hanf auf einen Acker säen.
Gleich fiel ihr in den Sinn, was dieses mögte seyn,
Deßwegen warnet sie die Vögel insgemein:
Merckt ihrs nicht, das geschieht zu unsrem Schaden;
Wir sind mit Feinden gar umringt, und überladen.
Es wird mir schwer in meinem Muth.
Es ist um uns gethan, stehn wir nicht auf der Hut.
Denn wächßt der Hanf einst auf, so werden sie ihn spinnen:
Dann wird von uns der zehnte nicht entrinnen.
Denn aus dem Garn wird Netz und Strick gemacht,
Mit diesen fängt man uns bey Schaaren,
Wenn wir nach unsrer Speise fahren.
Doch weis ich euch noch einen Rath zu geben;
Gehorcht ihr dem, behütet ihr eur Leben.
Jhr sollt dem Anfang widerstreben.
Versammelt euch mit einem Sinn,
Und flieget auf das Hanffeld hin.
Allda verbreitet euch und esset alle Saat,
Ein jedes Körnlein auf, das ist mein Rath.
Dadurch wird dann die Ursach hingenommen,
Von welcher wir in Noth und Arbeit mögten kommen.
Die Vögel daucht, sie sagte dies im Spott.
Sie schimpften auf den Rath, und das Geboth.
Der Hanf wuchs auf, nach seiner Art,
Worauf er gleich gesponnen ward;
Dann wurden Netz und Stricke draus gemacht;
Wann ietzt der Vögel Heer nach Speise wollte fahren,
Und sicher dacht zu seyn, so fieng man sie bey Schaaren.