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1698–1783

Auf den neuen Garten.

Johann Jacob Bodmer

Kanst du wohl glückseliger seyn, O du stets gesegneter Garten? Du darffest auf den Sonnenschein Nicht wie sonst ander Gärten warten.

Dann deiner eignen Sonnen Glantz Kan all deine Gewächs erlaben, Und deine Gäng, Stöck, und Bäum gantz Mit bequemer Jahrs-Zeit begaben.

Der Frühling ihres Angesichts Kan dich mit Gilgen, Rosen, zieren, Daß dir an Blumen mangle nichts, Wann alle Gärten schon gefrieren.

So wird dein Grund mit grünem Lust, Wo sie nur ihren Fuß hinsetzet, Wie deine Zweig und Aest mit Blust Und Frucht durch ihre Hand ergetzet.

Und sie in dir macht, daß ab dir Sich Himmel und Erden erquicken, Und daß du, aller Gärten Zier, Sie all mit Blumen kanst erquicken.

Ja wann sie, (aller Blumen Ruhm,) In dir deine Gewächs betrachtet, Werden kaum gegen solcher Blum Deine Blumen wie Graß geachtet.

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