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1855

6.

Friedrich von Bodenstedt

Wie die Nachtigallen an den Rosen nippen, – Sie sind klug und wissen, daß es gut ist! – Netzen wir am Weine unsre Lippen, – Wir sind klug und wissen, daß es gut ist! –

Wie die Meereswellen an den Felsenklippen, – Wenn das sturmbewegte Meer in Wut ist – Breche schäumend sich der Wein an unsern Lippen, – Wir sind klug und wissen, daß es gut ist! –

Wie ein Geisterkönig, ohne Fleisch und Rippen, – Weil sein Wesen eitel Duft und Glut ist, – Zieh' er siegreich ein durchs Rosentor der Lippen, – Wir sind klug und wissen, daß es gut ist. –

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