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1855

2.Fußnoten

Friedrich von Bodenstedt

Sing' ich ein Lied, hüpft freudereich Das Herz der jungen Mädchen, Denn Perlen sind die Worte gleich, Gereiht auf seidnen Fädchen!

Und Düfte steigen auf daraus, Von Houris' Hauch getränkte – Gleichwie aus jenem Blumenstrauß, Den mir Zuléikha schenkte.

Erstaunt nicht, daß des Sängers Mund So Herrliches vollbringe, Und daß die Weisheit hier den Bund Mit Jugendtollheit schlinge!

Wißt ihr, wer mir die Weisheit gab? Sie kam vom rechten Orte, Ich las sie ihren Augen ab Und hüllte sie in Worte!

Was Wunder, wenn so anmutvoll Euch meine Lieder tönen, Ist doch, was meinem Mund entquoll, Ein Abglanz nur der Schönen!

Sie ist dem Becher Oshemschid gleich, Ein Quell der Offenbarung, Der mir erschließt ein Zauberreich Der Weisheit und Erfahrung.

Und sagt: erklingt nicht mein Gesang Von wunderbaren Tönen? Und ist nicht meines Liedes Gang Leicht wie der Gong der Schönen?

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