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1855

1.

Friedrich von Bodenstedt

Oh, wie mir schweren Dranges Das Herz im Leibe bebt, Wenn sie so leichten Ganges An mir vorüberschwebt!

Herab vom Rücken weht Ein blendend weißer Schauer; Durch ihre Augen geht Ein wunderbares Feuer;

Die schwarzen Locken wühlen Um ihres Nackens Fülle; Der Leib, der Busen fühlen Sich eng in ihrer Hülle.

Allüberall Bewegung, Allüberall Entzücken, Daß sich in toller Regung Die Sinne mir berücken,

Daß wunderbaren Dranges Das Herz im Leibe bebt, Wenn sie so leichten Ganges An mir vorüberschwebt!

Narzissen blühn und Rosen Um himmelblauen Kleide, Darunter flammen Hosen Von feuerroter Seide –

Die kleinen, zarten Füße, Die weichen, feinen Hände, Der Mundrubin, der süße, Der Zauber ohne Ende!

Oh, wie mir schweren Dranges Das Herz im Leibe bebt, Wenn sie so leichten Ganges An mir vorüberschwebt!

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