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1855

1.

Friedrich von Bodenstedt

Im Garten klagt die Nachtigall Und hängt das feine Köpfchen nieder: Was hilft's, daß ich so schöne Lieder Und wundersüße Töne habe –

Solange ich mein grau Gefieder Und nicht der Rose Schöne habe! Im Blumenbeet die Rose klagt: Wie soll das Leben mir gefallen?

Was hilft's, daß vor den Blumen allen Ich Anmut, Duft und Schöne habe – Solang' ich nicht der Nachtigallen Gesang und süße Töne habe!

Mirza-Schaffy entschied den Streit. Er sprach: Laßt eure Klagen beide, Du Rose mit dem duft'gen Kleide, Du Nachtigall mit deinen Liedern:

Vereint zur Lust und Ohrenweide Der Menschen euch in meinen Liedern!

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