Skip to content
1776

Der Feigenbaum und der WeißdornFußnoten

Aloys Blumauer

Ein schönbelaubter Weißdorn trotzte Dem Feigenbaum, der um die Frühlingszeit, Noch kaum belaubt, doch schon von Früchten strotzte, Und that mit seinen Blüthen breit.

Wo sind denn deine Blüthen? frug Der Weißdorn ihn – Und wo – erwiedert' jener – Ist deine Frucht? – Dagegen bin ich schöner, Versetzt' der Strauch, und das ist mir genug.

So lass' uns denn in Frieden leben, Erwiederte der Feigenbaum: Dir hat Natur für's Auge Reiz gegeben, Mir gab sie Früchte für den Gaum.

Die Fabel gilt den Männern, deren Schriften Der Welt bald Nutzen, bald Vergnügen stiften: Der unterhält, der unterrichtet sie. Die gütige Natur, in ihren Gaben allen

Gleich mütterlich, gibt dem die Gabe zu gefallen, Und jenem die des Unterrichts, daß nie Ein Kind von ihr das andere beneide; Nur ihrem liebsten Sohn Voltairen – gab sie beide.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Der Feigenbaum und der WeißdornFußnoten · Aloys Blumauer · Poetry Cove