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1776

Dem Fräulein M*** von B*

Aloys Blumauer

Der Freundin, die mir jüngst durch einen köstlichen Und mit besond'rer Kunst bereiteten Kapaun bewiesen, daß die Ehre Von einem Thiere, das die Hühnerwelt

Für unschmackhaft und ungenießbar hält, Bei Menschen noch zu retten wäre, Wenn man ihm nur mit guter Art den Saft, Den es verlor, durch Austern wieder schafft,

Der schick' ich für das köstliche Gerichte – Für den Kapaun aus ihrer Hand – Hier einen Hahn aus Griechenland, Der (wie zum mind'sten die Geschichte

Von ihm erzählt) so tapfer als galant In ganz Athen nicht seines gleichen fand, Der stets den schönsten Kamm getragen, Mit jedem Hahn zur Wette sich geschlagen,

Und darum bei Athens gesammter Hühnerschaar Beliebt, und überall – der Hahn im Korbe war, Kurz, den die eckelste der griechischen Damen, Die sich um ihn oft in die Haare kamen,

In seiner Art gewiß so schmackhaft fand, Als ich jüngst den Kapaun aus meiner Freundin Hand; Den aber, weil er seit so manchem Jahr Ein bischen alt und zäh' geworden war,

Ein deutscher Koch, von dem haut Goût geleitet; Für unseren Geschmack von Neuem zubereitet; Den schick' ich hier, und gebe dann Für einen deutschen, gallisch appretirten Hahn

(Zum Dank für die gehabte Mühe) Ihr einen griech'schen Hahn in einer deutschen Brühe.

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