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1776

Auf das Lustgärtchen der Frau Gräfin von Egger

Aloys Blumauer

Ein Plätzchen, wo auf nackten Felsenstücken Das karg genährte Wintergrün Nur mühsam fortzukriechen schien, Auf dessen ödem, kahlen Rücken

Die Tanne kaum im traurigen Gewand, Ein Ritzchen, um sich einzuwurzeln, fand, Dies Plätzchen nun ward unter deinen Händen Zum Paradiese, das, so klein es ist,

Doch all' den Reiz und Zauber in sich schließt, Den die Natur sonst nur zerstreut pflegt auszuspenden. Du selber, Theure, gabst den Plan Zu der Verwandlung dieses Plätzchens an;

Doch dieser schön're Theil der schönen Erde Bekam nicht durch ein schöpferisches Werde Die reizende Gestalt; du selber schmücktest ihn, Du gabst dem nackten Stein sein Grün,

Und polstertest die harten Felsenritzen Mit eig'ner Hand zu weichen Rasensitzen; Du ebnetest den schroffen, harten Stein, Und hülltest ihn in weiche Rasen ein;

Kurzum, der ganze Platz, so mütterlich gepfleget, So mit Geschmack und Einsicht angeleget, In so viel Reiz und Anmuth eingehüllt, Ist deiner Hände Werk, und deines Geistes Bild. –

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