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1626–1681

Ringel-Lied.

Sigmund von Birken

Am Leyta-Strand wo er die Donau grüsset von ferne schon das grüne Ufer küsset der Trautmans-Burg im alten Pan̄ons- ließ’ Artaban’ ein Edler Held erklingen

sein Lied von Leid. Ihn hört’ ein Hirte singe (de Mein Säitenspiel! hang du an dieser Wei mach wie du pflegst itzund mir keine Freud

Mit Unmut nur mein Schmerz sich trö- Doch nein! kom̄ her! du must mir helfen sag von meinem Leid du must mir helfen klagen Emilie ist todt! und ich kan leben?

ward nicht mein Geist mit ihrem hingegebe wie daß ich noch da sie gefallen steb? Ihr Faunen ihr in diesen Wäldereyen! ihr Satyren! ihr Hirten! helft mir schreyen

Ihr thut Gewalt ihr Fata! du Gesetze der Sterblichkeit! und du des Todes Netze! diß euer Thun hat keine Rechts-gestalt. Ihr tödt: was lebt zu aller Welt Behagen

wz liebt und labt. Ich muß noch einmal sage: Gern wolt ich ja O Himmel deinem Willen itzt geben Ehr: das Herz ist nicht zustillen. Noch ist vo Ihr dz Schmerz-andenken da.

Dem Leib sie starb: der Liebe Sie noch lebet. Ach! die Vernunft der Angst nit widerstrebet: Ach helft mir doch dem hartem Himmel flehen ihr Saiten ihr! ihn so erweicht zusehen:

daß er mir gönn die Schönste länger noch. Ob ihr zu euch ihr Sternen Sie genommen in eure Zahl: lasst Sie mir widerkommen! Es ist noch Zeit. Kein Mensch kan euch ent- laufen

(fen ihr Parcen ihr! man komt dem Todten-hau- doch endlich zu. Hier ist kein’ Ewigkeit. Lass du Sie nur mich noch ein Zeitlang laben!

du solst sie doch O Himmel! einmal haben: Erlaubt es nicht dein Raht sie mir zu geben so nim̄ auch mir das nun als-todte Leben. Wan̄ meine Klag dir nicht dz Herze bricht:

So mag der Tod hier diß das meine brechen Doch du bist ja so hart nit! dein Versprechen So sehnlich sang in süssen Klang der Säitem der Edle Held. Es hörten Ihm von weiten

die Nymfen zu. Das Wild zu Ihm sich Es merkten auf die schlanken Tan̄en-kerzen. Der Wald erseufzt’. Als Er von seinen (schmerzen

Der Himmel hört' unm ehrte dieses Singen. Ein Traumgesicht must Ihm die Antwort (kehr Ein schönstes Bild sein Leid in Freud ver

Ihr Blick ihm gab sein vorigs Herzbehagen. Er fande wahr: daß ein nit-müdes Klagen Sie sprach Ihm zu: Dir kan nit wieder werden Emilia sie komt nit mehr auf Erden.

Sie will Ich seyn dein Leben deine Ruh. Und diesen Gruß hab dir von Leonoren die Oettingen der alte Stamm gebohren: Als Er erwacht: da war sein Herz geheilet.

es wird ergänzt das vormals war getheilet: nun Ihm das Glück den Traum hat wahr Laß Himmel! Ihn von allem Leid genesen durch diese Freud die Ihm ein Trost gewesen

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