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1626–1681

Pegnesische Frülings-Freude.

Sigmund von Birken

Nur diß mal sprich nit wahr du plaudrendes du Böses Ding! wie recht gibt Maro dir den du streust itzt aus nichts als nur bösen Zeitungs-samen:

mir mir voraus in die erstaunte Ohren. ach! wär es ein Gedicht was Fama spricht! Ach nicht!

Nur allzuwahr hat einen Stern verlohren der Erde Götter-Haus. Was Stern? ach! eine Sonne. Gab sich

das Wunder der Natur des Schöpfers Meisterspur das Tugend-Zelt die Augen-Wonne

der Trefflichkeiten Meer die Zier der Welt des Ostlands Ehr dem Tode?

O Tod! Feind aller unsrer Lust! sahst du in nidrem Gras nit tausend Blüm- auf denen man ohndas mit Füssen pflegt zu- hast unsre Rose du zufällen nur gewust?

ha! Göttlichs Angesicht! ha! Augen! und ach! Blicke! ists Nacht mit euch? ha! Lippen! sprecht ihr nicht?

die ihr so manches Herz wund habet reden ha! zarter Glieder Schnee! ists billig daß man dich so früh zu Grab hin- ha! grosser Geist! wie war die Wohnung dir

und dannoch hast du nun von ihr dich lassen Sag Fama! ich vergeh vor Weh! lebt mein Mecänas noch? Sein Leben ist ja Ach! daß das Leben Ihr mein Tod könd wie-

wie gerne stürb ich doch! daß Ihm zu Trost Sie länger möchte leben. Lebt’ Orfeus noch: es hätt mit dieser Noht nit noht;

ein Gräflichs Herz an Ihr noch lang sich sol- Zwar Orfeus lebt: Mecänas selbst es ist. Vielleicht hat Er die Laute zugerüst:

Sie durch den Saitenklang der Tellus ab- Was hilfts? die Erd hat nicht den Geist: er ist zu wohl verreist und aufgehebt

mit seinen Himmelsgaben. Ach! was der Himmel hat mag nicht auf er kom̄t nit wieder her: der Leib zu ihme muß und noch viel schöner

Sie ist Sie bleibt genommen. Ach Opfer! die ich Ihr zu weihen war be- das Grab ist nun Altar. Krönt ihr itzund den Dichter ihr Zypressen!

der Myrten ist vergessen. Ach! grössers Leid als Worte mögen sagen! ach wer nun Biblis wär ein Threnen Meer!

Mich tröstet nichts als Klagen als trostlos seyn. Reiss Linde! wie du thust reiss aus schmeis Freud! gute Nacht!

du Wiesenthal! setz auf den Trauerschleyer die Feldlust macht sich theuer. Hüllt doch in schwarzen Flor sich auch de Ihr Lieder schweigt! eur Inhalt ist nun tod

Ein kleiner Schmerz der lässt sich noch aus- ein grosser schweigt (ach Noht!) die Schluchzer ihn verschlucken.

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