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1626–1681

Freuden-Lied.

Sigmund von Birken

Schreibt ihr Schäfer diesen Tag lasset von ihm unsre Sag in der Bäume Wunden finden. Dieser Tag sey unser Fest

das wir jährlich wollen feyren: der vergnügbar unsrem Theuren meinem Helden ist gewest. Pegnitz! küsse deinen Rand:

den itzt adelt hohe Freude. Blum-beschwängre diesen Sand mach ihn zur Smaragdnen Heyde. Deiner Nymfen flaches Dach

ziegle zierlich mit Krystallen. laß von Leonoren lallen deiner Fluten Wudel-Sprach. sonne! Unser Mecänat

ob du schon bist untergangen dannoch seine Sonne hat siht ein Rosen-Liecht der Wangen. Nimm itzt meine Bitt mit dir!

Gebe doch der Himmel Beyden: Sonne! daß du Sie in Freuden mögest sehen für und für! Cynthia! wilst du heut nicht

an dem Himmel sichtbar werden? oder weichst du bleiches Liecht unsrer Cynthien auf Erden? Was fragt nach dem Mondes-Schein

unser Held? es soll darneben seinen Nächten Liecht zu geben Leonora Luna seyn. Nacht! es muß itzt allzu-nacht

auf so hellen Tag nit werden. Mit dem Goldgestickten Pracht deck heut dieses Zelt der Erden: führ herfür die Sternen Wacht.

Unsren Hochvermählten Beyden lach’ ein Tausend-Liecht der Freuden! Trauer-Nächte! gute Nacht! Hesperus! zeig Ihnen du

deines Mundes güldne Zinken; und laß Ihre Liebes-Ruh allerbästen Einfluß trinken. Sey mit deinem Brüder-Heer

itzund ihre Hochzeit Fakel. und als ihres Glücks Orakel Allen Unstern-blick bekehr. Gönnt der Ohren süsse Gnad

unsren heischern Pegnitz-Rohren; bleibt geneigt mein Mecänat! Fahret wohl mit Leonoren! Lebt vergnügt durch Ihre Zier.

Eurer Namen Schall der Ehren hier in unsren Schäfer-Chören soll erklingen für und für.

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