Skip to content
1653

Der verlohrne Grosche

Sigmund von Birken

Gott! dein Göttlichs Bild wir tragen, Du hast uns zur Münz geschlagen Und dich selbst in uns geprägt. Den Verstand must Weißheit füllen,

Heiligkeit ward in den Willen Und in die Begierd gelegt. Ach! der Fürst der Höllenhütten Hat an Korn die Münz beschnitten

Und den Schrot mit Rost verhüllt. Dein Gepräg hat er geblendet. Seine Sünden-Larve schändet Diß dein schönes Ebenbild.

Jesus zwar hat uns verneuet, Durch sein Blut von Rost befreyet Und ergänzt durch sein Verdienst. Durch die Tauf, so neu gebahre,

Was in uns verlohren ware, Du dein Bild uns wieder günnst. Aber ach! der Rost der Sünden Will sich immer wieder finden

Und des Satans Ebenbild. Warüm soll ich seyn der seine? Ich bin, ich will bleiben deine, Deine Münz, die vor dir gilt.

Ach dein Geist dich in mich präge, Frömmigkeit ins Herze lege Und Verstand in den Verstand, Daß ich deine Münz auf Erden

Gültig und gerecht mög werden, Gäng und gäb im Himmels-Land. Schmelz mich üm durch Creutzes-hitze: Thut es weh, doch ist es nütze.

Bässer hier als ewig dort. Mach mich von den Schlacken reine, Daß vor dir ich fein erscheine Wie das Gold nach deinem Wort.

Such mich, wann ich mich verfallen; Laß das Liecht der Gnaden wallen, Nimm den Besen auch zur Hand. Dein Gesetze laß mich kehren,

Deines Reiches Freud zumehren. Wol dem, den dein Suchen fand!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Der verlohrne Grosche · Sigmund von Birken · Poetry Cove