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Der beständige Jesus

Sigmund von Birken

Gläub es nicht, es sind Gedancken, Laß dich ja nicht fechten an, Seele! daß in Liebe kan Dein getreuer JESUS wancken.

Gläub es nicht, es ist ein Wahn: Sein Gemüt Brennt und glüt Gegen dir

Für und für Sonder Ziel und Schrancken. Will Er etwan Sich verstellen, Scheint Er dir was fremd zu seyn,

Es ist nur ein Augenschein; Du hast Jesum zum Gesellen, Der will ewig bleiben dein. Es muß nicht

Dein Gesicht Nach dem Glück Augenblick Von Ihm Urtheil fällen.

Es ist noch um keinen Funcken Kälter worden Jesu Flamm, Die in Seinem Blute schwam, Die aus Seiner Seit gesuncken

Dorten an dem Creutzes-Stamm. Wie dann sollt Minder hold Er dir seyn?

Nein! ach nein! Laß dichs nicht beduncken. Treue Ursach heisst Ihn lieben. Jesu Güte währet dir

Wie Er selber für und für. Jesus auch, von Lieb getrieben, Ewig sehnet Sich nach dir. Es ist Sein

Deine Pein; Nicht mehr Er Jesus wär, Wann Er Haß könnt üben.

Deine Noht auf Erden kennen Und sie dir nicht nehmen ab: Ach! dein Jesus dis Sein Grab, Seinen Tod selbst würde nennen,

Dem Er Sich für dich hingab. Schwartzen Schnee Eh die Höh Streuen wird,

Eh dein Hirt Sich von dir sollt trennen. Auch, die Er vor dich empfangen, So viel Wunden lassen Ihn

Dich nicht lassen aus dem Sinn. Ach! dein Heil ist Sein Verlangen Jetzt noch wie von Anbeginn. Seiner Lieb

Glauben gib; Bild Ihn dir Gnädig für, Nimm den Wahn gefangen.

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